Recht & Compliance

EU AI Act Was Ihr Betrieb jetzt wissen muss.

Die KI-Verordnung der EU (EU AI Act) gilt seit August 2024 und greift schrittweise bis 2026. Für viele Mittelständler ist noch unklar, was das konkret bedeutet. Dieser Artikel gibt einen praxisnahen Überblick.

6 Min. Lesezeit

Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act ist die weltweit erste umfassende gesetzliche Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Er klassifiziert KI-Systeme nach Risikostufen und definiert je nach Stufe unterschiedliche Pflichten – für Hersteller, Importeure und Nutzer.

Für die meisten mittelständischen Unternehmen, die KI-Lösungen einsetzen (aber nicht selbst entwickeln), sind vor allem die Anforderungen an Hochrisiko-KI und die allgemeinen Nutzerpflichten relevant.

  • Vier Risikostufen: Inakzeptabel, Hoch, Begrenzt, Minimal
  • Hochrisiko-KI: strenge Pflichten für Dokumentation, Transparenz und menschliche Aufsicht
  • Allgemeine Nutzerpflichten gelten branchenübergreifend
  • Verstöße können Bußgelder bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des Jahresumsatzes nach sich ziehen

Was ist Hochrisiko-KI und bin ich betroffen?

Als Hochrisiko gelten KI-Systeme in bestimmten Bereichen wie Personalentscheidungen, Kreditvergabe, Sicherheitssysteme oder kritische Infrastruktur. Viele Standard-Büroanwendungen (Textzusammenfassung, Übersetzung, Ideenfindung) fallen in die Niedrigrisiko-Kategorie.

Eine erste Einschätzung lohnt sich: Welche KI-Systeme setzen Sie ein, und für welche Zwecke?

  • Personalentscheidungen (Bewerberauswahl, Leistungsbewertung): Hochrisiko
  • Textzusammenfassung, Übersetzung, Brainstorming: meist Niedrigrisiko
  • Bestandsaufnahme aller KI-Systeme im Betrieb ist der erste Schritt

Pflicht nach Artikel 4: KI-Kompetenz im Unternehmen

Artikel 4 der KI-Verordnung verpflichtet alle Unternehmen, die KI einsetzen, sicherzustellen, dass ihre Mitarbeitenden ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz besitzen. Diese Pflicht gilt seit Februar 2025 – unabhängig von der Risikostufe der eingesetzten KI.

Hier setzt der futino KI-Führerschein an: strukturierte Schulung für Mitarbeitende und Führungskräfte, nachweisbar und praxisnah.

  • Gilt für alle Unternehmen, die KI einsetzen
  • Kein pauschales Niveau definiert – muss angemessen zum Einsatz sein
  • Schulungsnachweise empfehlenswert für mögliche Prüfungssituationen

Erste Schritte für Mittelständler

Der Einstieg muss nicht kompliziert sein. Mit einer systematischen Bestandsaufnahme, einer klaren Nutzungsrichtlinie und gezielter Schulung der Teams legen Sie die wichtigsten Grundlagen. Diese Inhalte sind eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.

  • KI-Inventur: alle eingesetzten Systeme erfassen
  • Risikobewertung für jedes System vornehmen
  • KI-Nutzungsrichtlinie für Mitarbeitende erstellen
  • Schulungen durchführen und dokumentieren (Art. 4 KI-VO)
FAQ

Häufige Fragen

DSGVO-konforme KI im Mittelstand umsetzen

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